Das Milieu
Der Nationalpark Majella ist durch seine hohen
Gebirge charakterisiert, tatsächlich gute 55%
befinden sich in einer Höhe die die 2000 m
übersteigt.
In seinem Landesinneren umschließt er weite Gebiete
(wildlands), die Aspekte von besonderer wilder Natur
(wildland) zeigen. Der besonders seltene und rare
teil des nationalen Erbgutes der Artenvielfalt liegt
hier.
Soweit wir bis jetzt wissen beherbergt der Park über
70% der Säugetierarten (ausgenommen Walfische), die
in den Abruzzen vorkommen und über 45%, der in
Italien verbreiteten.
In Anbetracht der mangelnden Daten einiger
Insektengruppen und Flatterarten, kann man im
Hinblick auf die hier zusammengesetzte Fauna
bestätigen, dass es sich hierbei um einen echten
„Hot Spot“ in der Erhaltung der Artenvielfalt
handelt.
Die 2114 wesentlich bekannten Pflanzen des Parks
sind auf ca. 50 verschieden Habitate verteilt und
auf unterschiedliche Höhenlagen angelegt.
Die Besonderheit dieser Habitate ist vor allem der
Zahl der nur hier vorhandenen Arten zu verdanken,
gut 142 vegetative Arten zum größten Teil auf die
Höhenvegetation verteilt.
Auch mit dem floristischen Bestand repräsentiert der
Park den meridionalsten Sektor Europas in der
Alpenregion. Hier ist eine Kreuzung von genetischem
Erbgut, welches einen großen ökologischen und
vegetationsgeographischen Wert hat.
Tatsächlich beherbergt der Park mit seiner über
2000m hohen Gebirge 65% der abruzzischen Flora, 37%
der italienischen und 22% der europäischen.
Auch in den Höhenlagen werden Arten von hohem
faunistischem Wert beherbergt, wie die Apenninische
Gämse und die Wiesenotter, Prioritätsarten nach der
Direktive vom Habitat/92/43/CEE.
Unterhalb der Höhenvegetation gibt es ein Art Band
von verkrümmten Bäumen, die von dem Bergkiefer
gebildet werden, der in dem Majella weitverbreitete
vegetative Form der Apenninen bildet.
Zwischen ca. 1800m und 800m gibt es Buchenwälder
eingefügt zwischen Wiesen und Weiden.
Diese sind hauptsächlich als Wohnort ausgewählt von
den wilden Huftieren und Raubtieren wie Bär und Wolf,
auch diese Prioritätsarten der oben erwähnten
Direktive.
Neben dem Naturschutzgebiet repräsentiert der Park
auch eine großes Terrain an seit langer Zeit
verwahrlosten und vernachlässigten Gebieten, die
sich nun in einer Phase der Evolution befinden und
dabei sind sich zu natürlichen Ecosystemen zu
entwickeln (Sträucher, Büsche, bewaldete Weiden,
sich neu bildende Wälder).
Andere Zeichen der Menschen sind die Aufforstung von
Pinienwäldern oder das Bemähen der Weiden, diese
haben wesentlich zur Verbreitung und Erhaltung von
gewissen Arten beigetragen so dass sich ihr Bestand
auch dementsprechend vergrößern konnte.
Tatsächlich kann die Beibehaltung von einigen
landwirtschaftlichen Techniken, wie die ausgedehnte
Tierzüchtung oder eine traditionelle ausgeführte
Landwirtschaft zur Erhaltung von Gebieten und ihrer
Artenvielfalt beitragen. Diese Praktiken sind eben
dafür ein fundamentales Instrument und hier kann man
sehr schön die Wechselwirkung zwischen Mensch und
Natur beobachten. Allerdings verbirgt sich auch eine
Gefahr hinter der Wiederaufforstung der Weiden und
der natürlich entstandenen Habitate, es kann dadurch
zu einer drastischen Verminderung von einigen
Pflanzen und Tierarten kommen.