Die Höhenlagen
Die Hochebenen des Majella zeichnen sich durch trockene Steinhaufen aus,
die unterbrochen werden durch Erdaufwerfungen, welche wiederum von
einstiger Vegetation herrühren.
Die Umweltbedingungen hier sind prohibitiv, trotzdem stellt es eine
reiche floristische Erbe dar.
Exklusiv und von großem biogeografischem Interesse ist es
charakterisiert durch Relikte von Gletschern und Arten von
orientalischer Herkunft, die hier vor langer Zeit ihren Platz gefunden
haben.
Die sofortige Isolierung hat die Differenzierung von neuen floristischen
Arten bestimmt und somit einer Hohen Artenvielfalt Platz geschaffen.
Die hier vorkommenden Pflanzen zeigen sich resistent gegen Winde (raues
Klima) in diesem Fall z.B. die Weidenrute, welcher in den Hochebenen
vorkommt, die Pflanzen übernehmen auch Formen von Polstern und Kissen
wie der abruzzische Mannschild und die Rote Lichtnelke, andere wiederum
haben ein dichtes Haarkleid (wie das Apenninische Edelweiß) oder sind
dicke wie der Sedum und die Immergrüne. Dies alles sind Anpassungen, um
in diesem bestimmten Klima und des steinigen nährstoffarmen Untergrundes
überleben zu können.
Die kurze Zeit ohne Schnee bestimmt den Ablauf eines schnellen
Kreislaufes der natur d. h. mit einer sehr kurzen Blütezeit bei den
Pflanzen, die Blüten sind sehr auffallend, um dadurch in kürzester zeit
soviel wie möglich Insekten anzulocken. Ebenso auch Schmetterlinge, die
in diesen Höhenlagen eher klein und dunkelfarbig sind.
Auch die Blumen haben hier oft sehr auffallende Farben, wie gelb oder
blau-violett oder weiß, alles Farben die vor der UV- Strahlung schützen
sollen.
Es gibt wenig Säugetiere, die es schaffen sich an diese erschwerten
Lebens- und Umweltbedingungen anzupassen.
Eines davon ist die apenninische Gämse, eines des Huftiers welches aus
den Bergen der Majella verschwunden ist und 1990 hier wieder angesiedelt
wurde.
Auf den Hauptgipfeln der Majella, wo die Schneedecke sehr lange dicht
ist und liegenbleibt ist der Schneefink zu finden, eine Spezies die auch
im Winter hier bleibt und sich dann im Sommer von Insekten ernährt,
welche unter den übriggebliebenen Schneedecken verbleiben.
Auch die Himalayabraunelle ist an die Umwelt der Hochebene angebunden,
im Besonderen an die Weiden von Silberschopfsgras.
Von besonderer Bedeutung ist die Bildung des Bergkiefers des
weitverbreiteten Baumes des Apennins, welcher die Wiesenotter beherbergt,
eine der gefährdeten Schlangenarten Europas.
Die Ähnlichkeit der Lebensbedingungen auf den Gipfeln des Majella mit
der antarktischen Tundra ist wahrscheinlich der Grund weshalb es vom
Mornellregenpfeifer als Lebensraum ausgewählt wurde.
Dieser ist ein skandinavischer Zugvogel, welcher sich dank der hier für
ihn idealen Lebensbedingungen schon einige male reproduziert hat und
somit heute zum Objekt von Studien und Forschungen des Parks geworden
ist. Somit soll auch das verbleiben dieser Art abgesichert werden.