Die Feuchtgebiete
Trotzdem der Park reich an Wasser ist, gibt es gesamt
gesehen nicht sehr weitflächige Feuchtgebiete.
Das Kalkgestein aus welchem die Berge gebildet sind ist
typisch für das Phänomen der Karsterscheinungen.
Ein guter Teil des Regenwassers und der Schneeschmelze
infiltriert und fließt unterirdisch zusammen, um dann
unterhalb von den großen Erhebungen, aus zahlreichen Quellen
hervorzusprudeln.
Deswegen spielten die Feuchtgebiete mit ihren Wildbächen,
Flüssen und jahreszeitbedingten Seen eine Schlüsselrolle für
die Pflanzen- und Tierwelt des Parks, hierbei besonders für
die Wildvögel.
Vom ökologischen Gesichtspunkt aus gesehen, die Flüsse
stellen Haus, Refugium, Ruhepunkte, Wasserressource für eine
große Anzahl von Tieren dar.
Es scheint fast wie zum Trotz nur kleine Ausbreitungen und
zu unserer Überraschung eine vielfältige und
abwechslungsreiche Fauna und Flora zu beherbergen.
Das Herz des Parks welches von dem Orta Fluss durchquert
wird, dieser hat seinen Ursprung im Passo San Leonardo und
fließt das ganze Tal entlang, das den Majella vom Morrone
trennt, um dann mit dem Pescara Fluss zusammenzufließen.
Dieser umspült im Nordwesten seine ihn sich umgebenden
Gebiete, reich an klarem Wasser und Fischgehalt und zusammen
mit dem Orfento, ist es eine Art fließendes Habitat, ideal
für den Fischotter.
Im orientalischen Teil des Parks, der sich zu den Tälern des
Aventino Flusses wendet, dessen Quellen sich im Schutzgebiet
befinden, bei Capo di Fiume.
Wegen der besonderen hydrogeologischen Situation sehen wir,
dass die Wasser des Flusses von weiter herkommen, und zwar
aus dem Karstbrunnen der Hochebene von Santa Chiara.
Andere Flussläufe haben eine gewisse Bedeutung, der Foro
Fluss (östlich) in der Gegend Pretoro und der Vella Fluss,
er entspringt im Zentrum des Parks und umspült die Stadt
Sulmona.
Einer Erwähnung würdig sind die Gebiete, wo das Wasser von
den Wänden tropft und sich auf den Steinen ansammelt und
dort die Moss- und Farnbildung fördert.
In der Nähe dieser Gebiete und der Wasserfälle können sie
die Bildung von mehr oder weniger festem Travertingestein
feststellen.
Es handelt sich hierbei um eine Gesteinsform, die sich durch
Niederschlag von Kalziumkarbonat entwickelt, welches aus dem
Verlust von Kohlendioxid in Wasserlösungen entsteht. Es
entsteht ein Austausch von Gasen wie man es bei Wasserfällen
antrifft.
Die Verminderung von diesem Gas wird erleichtert durch die
Wirkung einiger Pflanzenarten, besonders Moos von
Cratoneurion, welche aus dem Wasser Kohlendioxyd aufnimmt,
hierbei findet auch eine Fotosynthese statt.
Der Kalk wird so in dem Moos und anderer Pflanzen
abgespeichert und durch die Abtragung der organischen
Zusammensetzungen entsteht ein Leerposten, der durch nicht
ersetzt wird.
Genau deswegen hat das Travertingestein viele Höhlungen in
seinem Inneren, bis sogar hin zu Abdrücken von Pflanzen und
Ästchen.
Typisch für das ständige Tröpfeln des Wassers von den
Gesteinswänden ist der Wachstum des Alpen Fettkraut, welche
sich nur im Gebiet des Majella finden lässt, eine
fleischfressende Pflanze mit glitschigen Blättern und sich
durch Insektenfang ernährt.
Der Boden in dem sie wächst ist relativ Nährstoffarm,
besonders an Stickstoff, deswegen musste die Pflanze einen
Ausweg finden, um sich ernähren zu können und das Fehlen
dieser wichtigen Elemente zu ersetzen.
Eine gewisse Wichtigkeit in dem Sektor der Feuchtgebiete (gelegen
in Quarti, südlich), haben die Karstengesteine der Hochebene,
die durch die Durchquerung des Flusses Vera charakterisiert
werden, welcher dort in einen Karstbrunnen stürzt.
Im Frühjahr wenn die Schneeschmelze eintritt, bilden sich
jahreszeitlich bedingt Seen, die sich im laufe der
Jahreszeiten in mesophilen Grassteppen mit reichlich
Narzissenfeldern und Hahnengewächsen.
Wo sich längerandauernde stehende Gewässer bilden, finden
wir Magnocariceten, es handelt sich hierbei um eine
Reliktvegetation der Eurosibirien, sehr verbreitet in
vergangenen Zeiten, als das Klima noch feuchter und wärmer
war, diese unterschieden sich sehr von verschiedenen einigen
sehr raren Kalkarten.
Die Gegenwart von überschwemmten gebieten, erlaubt der
wandernden Fauna, ein innehalten in ihren langen
Überquerungen.
Nicht selten kann man hier die Rohrweihe, der
Bruchwasserläufer und Schwäne beobachten.