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Der Apenninische Wolf
Der Wolf, der als Symbol für den Nationalpark der Majella ausgewählt wurde,
ist das Tier, das am besten dies Gebiet darstellt, weil er, „der Räuber“,
immer mit dem "Schäfer" Menschen gelebt hat.
Anfang der siebziger Jahre war er schon beinahe am Aussterben, da ihn der
Mensch verfolgte; dank einer Reihe von günstigen Bedingungen hat die Anzahl
der Wölfe und deren Ausbreitung auf dem Gebiet zugenommen, was für die
Zukunft dieses Tieres ermutigend ist. Diese Bedingungen sind: die Gründung
von Tierschutzgebieten, die Aufgabe der Viehzucht und die Vermehrung von
wildlebenden Pflanzenfressern.
Das ist ein positives Zeichen von großer Bedeutung also, auch wenn es jetzt
gilt den Konflikt zwischen Mensch und diesem Tier zu beenden, indem man über
gezielte Interventionen ein positives Bild von diesem Raubtier anstrebt.
In Übereinstimmung mit dem „Bundespakt“ mit den Nationalparks vom Gran Sasso
und Monti della Laga hat der Park eine Untersuchung eingeleitet, die 2 Jahre
dauern soll, um eine Auflistung der verfügbaren und naturgegebenen Nahrung
aufzustellen. Die Zielsetzung dieser Untersuchung ist es, eine Reihe von
Interventionen zu planen, um eine Wiederbesetzung des Wolfes zu unterstützen;
diese sollen in den folgenden Jahren auf dem Gebiet der beiden Parks
verwirklicht werden.
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Erkennungsmerkmale |
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Der Wolf (Canis lupus) ist ein Fleischfresser, der mit dem
Haushund gemeinsame Vorfahren hat, und vom Ahnen hat er viele
Charakteren bewahrt. Die Größe entspricht tatsächlich einem
mittelgroßen Hund (30-40 kg), mit längeren Gliedmaßen,
kräftigeren Körper und mit einem Kopf, der eine breitere Stirn
hat, schräg stehende Augen und aufgerichteten Ohren. Der Wolf
wirft im Vergleich zum Hund, der zweimal pro Jahr wirft, nur
einmal. Das Fell geht vom kräftigen beige an der Bauchseite zu
einem rötlichen beige an den Seiten über, er ist auf dem
Rückgrad schwarz gefärbt bis hinunter zum Schwanz. Der
Apenninische Wolf ist in seiner zoologischen Einordnung immer
noch wegen seines Ranges in der Unterordnung umstritten (die
Benennung wäre Canis lupus italicus). Er zeichnet sich
zweifellos durch seine besondere Anpassung an die gebirgige-
mediterrane Umgebung aus, Ergebnis einer langen genetischen
Isolation. |
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Verhalten |
Gebietsgebunden Art ökologisch anpassungsfähig, was diesem
Räuber möglich macht in recht unterschiedlichen Umgebungen leben
zu können. Die Wölfe leben allgemein im Rudel, wo die Jungtiere
mit den Eltern mindestens ein Jahr bleiben. Die Größe der Rudel
hängt von den Lebensgrundlagen und von der Größe und den
ethologischen Eigenschaften der Beutearten ab. Die Gruppen
können sich über Generationen hinweg bilden ursprünglich
ausgehend von einer familiären Kerngruppe. Der gelegentliche
Anschluss eines ausgewachsenen Einzelgängers an ein Rudel ist
selten.
Bei den verschiedenen Unternehmungen (Beschaffung von Nahrung,
Erkundung, Beutefang, Wachen, etc.) arbeiten die Wölfe zusammen.
Das Rudel ist in Hierarchien aufgeteilt: die männliche und die
weibliche sind untereinander verbunden, und es gibt auch eine
sich entwickelnde Gruppe von Jungwölfen. Die Herrschaftsordnung
ist somit das Mittel, um die Angriffslustigkeit zwischen den
einzelnen zu mäßigen; das hat zur Folge, dass es selten zu
blutigen Kämpfen innerhalb der Gruppe kommt. Das Männchen
beschafft für das Weibchen und die Jungen Nahrung. Die
Verständigung innerhalb des Rudels vollzieht sich über Laute und
Geruchsmarkierungen (Urin und Kot), die an den Ansteigungen des
Geländes gesetzt werden; insbesondere das Heulen wird zur
Abgrenzung des eigenen Geländes benutzt oder auch als Ruf. |
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Ernährung |
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Der Wolf ist ein reiner Fleischfresser, der nicht nur größere
Tiere wie Hirsch, Reh und Wildschwein erlegt, sondern auch
gelegentlich Schafe, Ziegen und Rinder; seine Ernährung basiert
auf kleinen Wirbeltieren, Aas und Abfall. Die Jagd auf
gezüchtetes Vieh hat die Verfolgung durch den Menschen ausgelöst
und in einigen Gebieten hat dies wiederum zur Ausrottung der Art
geführt. |
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Lebensraum |
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Der Wald ist sein Zufluchtsort, tatsächlich aber lebt der Wolf
dank seiner Flexibilität auch in verschiedenartigsten Gebieten.
Es kommt nicht selten vor, dass der Wolf am Rande menschlicher
Ansiedlungen auftaucht, vor allem in der Nähe der Müllhalden.
Die Arbeit der Parks im Apennin besteht darin, den Boden der
Müllhalden wieder urbar zu machen und diese Gebiete aufzubessern,
indem wieder nach und nach wilde Huftiere eingesetzt werden und
um so den Apenninische Wolf seine ursprüngliche (und richtige)
Funktion als großer Jäger zurückzugeben. |
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Spuren seiner Anwesenheit |
Im Winter ist es leichter, seine Spuren aufzufinden, vor allem
durch die Spuren im Schnee. Die Fährten des Wolfes sind im
allgemein dadurch gekennzeichnet, dass er eine Richtung
beibehält, nur mit wenigen Abzweigungen; wenn mehrere im hohen
Schnee laufen scheint es eine einzige Fährte zu ergeben; nur
wenn die Gruppe sich aufteilt um das Gebiet auf der Suche nach
möglicher Beute oder Ruheplätzen besser zu erkunden, erkennt
man, dass die es sich um mehr als einen handelte. Das Heulen des
Wolfes ist ein anderes Indiz für seine Anwesenheit, insbesondere
während der Dämmerung und nachts. Die Zeit, in der man
wahrscheinlich mehr das Heulen vernehmen kann, ist der Winter
vor der Zeit des Werbens und Paarens im Februar-März.
Ein Angriff auf Haustiere kann dem Wolf nur angelastet werden,
wenn es gleichzeitig auch andere Anzeichen seiner Anwesenheit
gibt. Auch seine Auswürfe können Spuren sein, sollten aber
aufmerksam diagnostiziert werden. |
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Sichtung |
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Der Wolf wird als fliehendes Tier bezeichnet mit nächtlichen
Lebensgewohnheiten, so dass es nicht einfach ist, ihn
anzutreffen, auch wenn man manchmal nur ein bisschen Glück zu
haben braucht, um ihn an ungewöhnlichen Orten und Zeiten zu
beobachten. |
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Lebensdauer |
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Wie bei allen wilden Tieren muss man unterscheiden zwischen der
Lebenszeit auf freier Wildbahn oder in Gefangenschaft. In freier
Natur kann er 8 - 10 Jahre alt werden, in Gefangenschaft auch 14
- 15 Jahre, denn das Gebiss als wichtiges Element für das
Überleben eines Raubtieres wird unterschiedlich stark gebraucht,
je nachdem welchem physischen Stress das Tier während der Jagd (
in Gefangenschaft trifft dies nicht zu) ausgesetzt ist und auch
der Energieverbrauch bei der Nahrungssuche ist höher in der
freien Natur und so gut wie Null in der Gefangenschaft. |
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Verfasser: Giorgio Boscagli |
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