Parco Nazionale della Majella - Abruzzo, Italy - Official Web Site
logo Parco
Startseite  |  Ausschreibungd  |  Vendors List  |  News aus dem Park  |  Kontakt  |  Karte  |  Links  |  Suche |   normal text medium text big text

Von der Italienische Einigung bis zur Gegenwart

Die politische Einigung Italiens führte zu drastische und radikale Änderung des Berglebens in Abruzzen. Und für lange Zeit blieben diese Änderung zum Schlechten. Das Gebiet geriet hoffnungslos in eine noch nie vorgekommene Krise. Die Ursachen bestehen aus zahlreichen Aspekten:

  • Anfang 1860 hat man die deutliche Verstärkung des Banditentum, unterstützt von der verlierende Partei;
  • Der schnelle Niedergang der „Schaf-Industrie“; (durch die Konkurrenz der Schafzüchter in Apulien und der Import von Wolle aus dem Ausland);
  • Die direkte Folge ist die Auswanderung des Bürgertums in den Großstädten (Neapel und dann auch Rom und Mailand). Die meisten Familien waren Großgrundbesitzer: Sie „lebten von Zinsen“ oder arbeiten in der Großstadt, und überließen ihre ehemaligen Mitbürger ihren Schicksal.
  • Die starke Industrie Produktionssteigerung hat als Folge ein handwerklicher Produktionsrückgang. Daher spielt die Handwerkerschaft nur eine schwache politische und soziale Rolle;
  • Die steigende Arbeitslosigkeit zwingt viele Einwohner zwischen 1800 und Höhepunktjahr 1913 zu emigrieren (hauptsächlich in den Vereinigten Staaten); diese Situation wiederholte sich nach dem Zweiten Weltkrieg (in größerer Zahl und mit verschiedenen Bestimmungsländer);
  • Viele Völker wandern in den Innenstädte: Sulmona, Chieti, L’Aquila und nur später auch nach Pescara (Pescara entwickelte sich ab Anfang 19. Jahrhundert); das Schienenverkehr entwickelt diese Tal- und Küstestädte (die Küste-Eisenbahnlinie wurde schon im 1863 gebaut, und nach zehn Jahre reichte die Eisenbahn bis nach Sulmona, und im 1888 wurde Sulmona auch von der Römischen - Eisenbahnlinie erreicht).

Diese Ereignissen entwickelten in verschiedener Weise und Zeit Ortschaften die in der Ebene oder im Hügelland liegen: zwischen 1880 und 1930 entwickelt sich die Industrie entlang vom Fluss Pescara, von Bussi, Manoppello (es handelt sich dabei hauptsächlich um die Entwicklung der ehemaligen Pechkohle Bergbauindustrie, dabei wurde die Umwelt sehr stark geschadet) bis im Tal Aventino (Wasserwerk und Entwicklung der Pastaproduktion und Textilindustrie). In dieser industriellen Blühzeit hat man den Untergang des Berglebens. Die antiken und wertvollen Gebäude der Bergdörfer verfallen; auch Burgen und adelige Häuser bleiben unbewohnt und verfallen mit der Zeit. Am Anfang 1900 wurde in diesen Bergdörfern gebaut ohne Bebauungsplan. Die ganze Landschaft wird dabei verschandelt: Betongebäude, Straßen wurden auch auf Ruinen gebaut. Die einheimische Bergdorf Einwohner lebten diese Zeit sehr schlecht: im 1895 meißelte der Hirte Gabriele Di Battista (sehr wahrscheinlich von Roccaraso), in einen Felsblock in Scrima Cavallo, sein Fluch gegen die Ereignisse, die die Berge vom „Reich der Blumen“ zum „Reich der Armut“ verwandelte. Auch später erheben sich Stimme der einheimischen; im 1953 verfluchte der Hirte Berardino di Felice, von San Vito di Valle Castellana, in Teramo, das “Unglück” weil seinetwegen er auf „diesen undankbaren Berge“ lebt. Im Wesentlichen, schadeten die negativen Faktoren hauptsächlich auf die soziale und wirtschaftliche Grundlage der Bergbevölkerung, während die positiven Faktoren nur oberflächlich wirkten. In 19. Jahrhundert sind zumindest zwei positive Ereignisse, die sich in verschiedene Zeit ereigneten aber doch verbunden sind, erwähnenswert:

  • Zwischen 1894 und 1897 wurde einer der gewagtesten Eisenbahn Italiens gebaut: die Eisenbahnlinie Sulmona-Isernia, entlang dem westlichen Hang der Majella (nach dem Brenner ist der Rivisondoli-Pescocostanzo Bahnhof ist der zweit höchste Punkt der Eisenbahn nach der Brenner Bahnlinie: 1268,82 Metern Höhe). Diese Bahnlinie ermöglichte (wie sich gleich erwies) den Reisenden einen einfachen und schnellen Zugang zur Majella;
  • In einige Ortschaften entsteht zum ersten Mal Interesse für Bergwanderung und Bergtourismus (im 1873 organisierte das National CAI – Club Alpino Italiano, Italienischer Alpenverein – die erste Gipfelbesteigung der Majella von Chieti aus). Nur im Laufe der Zeit entwickelten sich in einigen Ortschaften Touristen-Versorgungsstrukturen; für die Winter und Sommer Saison (um 1910, in den Hochebenen der Majella), und für Thermalbad (in Caramanico, schon im 1872 wurden Botanische Kongresse abgehalten; das Kurort wurde im 1901 geöffnet).

Den Anbruch des Fahrzeuges ermöglichte neue Aussichten: im 1909 fuhren eine römische Journalisten Gruppe in eine nicht einfache „Expedition“ auf die „Entdeckung von Abruzzen“, es erregte Aufsehen im ganzen Land (die Nachricht kam auf vielen Nationalzeitungen, und die Bilder dieser „Expedition“ wurden im Bilderbuch Gli Altipiani d’Abruzzo, 1912 von Emidio Agostinoni zusammengefasst). In dieser Zeit verbreiten sich die gewinnende Werke von Gabriele D’Annunzio (Gabriele D'Annunzio, Fürst von Montenevoso, wurde im 12. März 1863 in Pescara geboren und war ein italienischer Schriftsteller und Dichter des Fin de Siècle und spätromantischer Vertreter des Symbolismus). Mit seine Werke „Terra Vergine“, 1882 (italienisch für jungfräuliche Landschaft, spielt sich in Tocco Casauria ab) und mit den darauffolgende Werken („il Trionfo della morte“, Triumpf des Todes, 1892, spielt sich in Guardiagrele; das berühmte lyrische Werk „I pastori“, 1903, die Hirten) und schließlich mit der Tragödie „La Figlia di Iorio“ (1904, Iorios Tochter, wurde zum ersten mal in Mailand aufgeführt) wird die Majella zum Mythos „Majella Madre“, italienisch für „Mutter Majella“. Gabriele D'Annunzio gereifte Motive für seine Werke an ehemaligen Ereignissen, die durch die Ethnologie und Archäologie bekannt wurden (Anhand der Wissenschaftler Antonio De Nino und Gennaro Finamore). Diese Erkenntnissen erweckte auch die Interessen der Malern und Bildhauern: der auf seiner Art energievoller Paolo Michetti (1851-1929, von Tocco da Casauria) und die Cascella Künstler Gruppe von Pescara, (Urmeister Basilio Cascella, 1860-1950, Gründer und Maler der attraktiven Abruzzen Gemälde).
Zur Verehrung der „Majella Madre“ traget die Totenmesse von Andrea Bafile, 1920, Abruzzen Held des Ersten Weltkrieges bei; tief im Inneren des Berges in Bocca di Valle befindet sich ein riesige Inschrift der „Majella Madre“, es lautet "guarda e benedice in eterno“, italienisch für „hütet und segnet in Ewigkeit“, seine Kindern. Das Bergleben und die landschaftliche Schönheit wurde nicht nur mit Naturhymnik und epischer Kunst gefeiert, sonder auch mit anderen Themen und Stilarten: Teofilo Patini (1840-1906), von Castel di Sangro, mit seiner wirklichkeitsnahen Darstellungsstil (Realismus) malte die raue Gebirgslandschaft, der demütiger und leitender Blick der Bergbevölkerung. Eine ironische Darstellung des einfachen und anspruchslosen Lebens der Bevölkerung wird in den Dialekt -Dichtungen erzählt. Berühmte Dialekt Dichter sind Ermindo Campana (1883-1940), von Palena, und der weitberühmte Modesto Della Porta (1885-1938), Schneider und Dichter von Guardiagrele.
Die sich neu bindende italienische Kultur wirkte positiv auf einheimischen Gelehrte der traditionelle Volkskultur: Antonio De Nino (1833-1907), von Pratola, Archäologe und Folklorist; Gennaro Finamore (1836-1923), von Gessopalena, Folklorist und Dialektforscher (er schrieb das erste Abruzzische Mundarten Wörterbuch, erste Ausgabe im 1880, zweite Ausgabe im 1893; In Colledimacine ist die erste Ausgabe des Volkslied „il Lamento della vedova“, aufbewahrt. Es handelt sich dabei um eine der wichtigsten Stücke des abruzzischen Repertoires. Sehr wahrscheinlich hat dieses Volkslied balkanische Herkunft; ist heute noch eines der berühmtesten Volkslieder in Abruzzen); Nunzio Federigo Faraglia (1841-1920), von Pescocostanzo, Paläograph und Historiker; Pietro Piccirilli (1849-1921), von Sulmona, ein fruchtbarer Kunsthistoriker; Giovanni Pansa (1865-1929), von Sulmona, Historiker, Philologe und Folklorist.

Benedetto Croce (1866-1952) gehört vollberechtigt zu dieser Liste: seine Eltern waren von Montenerodomo, aber er wurde in Pescasseroli geboren. Er blieb in enge Beziehungen mit seine Verwandte in Montenerodomo; der italienischer Philosoph, Humanist, Historiker, Politiker, Kunsthistoriker und Kritiker schrieb eine historische Studie über Montenerodomo und andere Erforschungen (veröffentlichte eine Monographie über De Thomasis). Benedetto Croce haltet sich oft in Valle Peligna auf, und war Bezugsperson für die örtliche Wissenschaftlern.
Der Einfluss der reisende Wissenschaftler, die zwischen 1800 und 1900 in Abruzzen vorbeikamen, muss noch definiert werden (Ferdinando Gregorovius, in Gesellschaft mit dem Maler Karl Lindemann Frommel; Anne Macdonell; Estella Canziani; etc.), Skizzenverfasser (wie der italienische Schriftsteller und Chemiker Primo Levi, Verfasser des erfolgreichen Buch „Abruzzo forte e gentile“, 1883), Reiseführer Verfassern (wie zum Beispiel Enrico Abbate, Verfasser im 1890 eines Reiseführer spezifisch für die Majella, und im 1903 einen erfolgreichen Reiseführer der Abruzzen) und Journalisten. Der deutsche Chemiker Leopold Gmelin und der französische Kunsthistoriker Emile Bertaux erforschten wichtige Kenntnisse der abruzzischen Kunst. Später, im 1927-28, verfasste der Archäologe Ignazio Carlo Gavini das umfassende Werk über die Architektur in Abruzzen.

Der Lauf der Geschichte der Abruzzen erlebte eine drastische Verlangsamung während dem Zweiten Weltkrieg. Die Gustav-Linie (Gustav-Linie ist der Codename für eine ausgebaute deutsche Verteidigungslinie in Mittelitalien) verlief von der Mündung des Garigliano ins Tyrrhenische Meer flussaufwärts über den Monte Cassino bis ins Quellgebiet des Rapido in nahezu 2.000 Metern Höhe, um sich dann über Roccaraso und den Kamm des Apennin nach Casoli hinzuziehen und an der Adria zwischen Ortona und Vasto zu enden. Nach der Landung der Alliierten in Salerno zum Anfang November 1943 zog sich die Wehrmacht auf diese Verteidigungslinie: die verschiedenen Schlachten um diese Linie werden als die Schwerpunkte der Kämpfe in Italien angesehen. Erst im Mai 1944 wurde nach langen und harten Kämpfen die Gustav-Linie durchbrochen; obwohl die Schlachten hauptsächlich nicht in der Majella stattfanden (bekannt die Schlacht von Ortona und Montecassino), ein Großteil der Bergdörfern wurden stark beschädigt und evakuiert. Tausende Zivilen kamen ums Leben (besonders grausam war das Blutbad in Pietransieri), als Reaktion viele Mitbürger gingen in den Widerstand und kämpften als Partisanen, sie nannten sich la „Brigata Majella“. Die meisten Dörfer auf der Verteidigungslinie wurden ausgebombt und komplett zerstört (unglaublicherweise blieb Pescocostanzo erschonen). Der Wiederaufbau erfolgte ohne Bebauungsplan, ohne Kontrolle und somit die wenige vom Krieg verschonte Antike-Bauwerke, wurden von Neubauwerke zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, eine neue Emigrationswelle (die fünfziger und sechziger Jahre) verödet die Bergdörfer. Und die, die nicht emigrieren fühlt die Bergen nicht mehr als Habitat, und sind vom Leben in den Großstädte außerhalb der Majella Gebirge angezogen.
In jüngerer Zeit hat sich das Leben in den Bergen stark verändert: Industrialisierung der flachen Gebiete, und Tourismusentwicklung in Hochgebieten. Begehrte Tourismusorte sind vom „Massentourismus“ und vom „Enteignung“ des Landes von Unternehmern gefährdet.
In diesem Zeitpunkt wurde das Naturpark Majella gegründet.

 

 

Tholos - foto PNM

 

Eremo di S. Bartolomeo - foto PNM

 

San Tommaso - foto PNM

 

 

 

Parco Nazionale della Majella - S.Leg.: Guardiagrele (CH), S.Op.: Sulmona (AQ) tel 0864/25701 fax 0864/2570450 info@parcomajella.it | PI 01815660699